Konflikte, Konflikte, Konflikte. Was können wir tun?

Von Benedikt Bentler am 28. August 2014 | 13:08

Ebola in Westafrika. Krieg in der Ukraine, in Europa, weniger als eine Hand voll Flugstunden entfernt. Bombardierte Schulen in Gaza. IS-Terror in Syrien und Irak. Die aktuellen Geschehnisse in diesen Regionen gehen an niemandem vorbei, der ab und zu einen Blick auf die Schlagzeilen wirft. Zwangsläufig kommt man an den Punkt, an dem man sich fragt: Kann ich irgendwas tun? Muss ich tatenlos zusehen? Nein, sagen wir. Ein erster Schritt muss in der Aufklärung bestehen, denn Veränderungen benötigen eine kritische Masse. Je weniger Leuten egal ist, was dort passiert, desto besser. Ein zweiter Schritt besteht in der Unterstützung vor Ort: Es gibt zahlreiche Organisationen, die auf jede Hilfe angewiesen sind. Für beide Schritte leisten wir an dieser Stelle die Vorarbeit, verraten euch was vor sich geht und welche unterstützenswerten Organisationen es gibt.

Ukraine: Der Krieg in Europa

Nach blutigen Auseinandersetzungen auf dem Maidan in Kiew im letzten Winter folgte die Absetzung des Präsidenten, inzwischen ist Poroschenko neuer Präsident der Ukraine. Durch die Annektierung der Krim im März durch Russland und das anschließende Referendum verschärfte sich der Konflikt, im Mai haben pro-russische Separatisten in den Regionen Donezk und Lugansk ebenfalls ein Referendum zur Abspaltung von der Ukraine abgehalten. Dieses Referendum wird von der Ukraine nicht anerkannt, seitdem herrscht Krieg in der Region. Eine Passagiermaschine mit knapp 300 Menschen an Bord wurde abgeschossen. Der Konflikt erscheint weit weg, doch er ist gleich um die Ecke: Bis zur ukrainischen Hauptstadt Kiew sind es nur zwei Flugstunden. Die UN geht mittlerweile von mehr als 2000 Toten aus. Teilweise bekommt man das Gefühl, es ginge bei diesem Konflikt um nicht mehr als ein paar Separatisten. Flüchtlinge sind in den Medien hierzulande ein weniger großes Thema, denn die meisten flüchten nach Osten in Richtung Russland. Mittlerweile schätzen die Vereinten Nationen die Zahl der Flüchtlinge durch den Ukraine-Konflikt auf 340.000. Hunderttausende leben ohne Strom- und Wasserversorgung. Auch Nahrungsmittel sind knapp. Seit heute spricht man von einer russischen Invasion in der Ukraine, eine friedliche Lösung schien nie weiter weg.

In der Ukraine hilft zum Beispiel Deutsche Rote Kreuz. Hier klicken.

Gaza: UN-Schulen, die nun keine mehr sind

Von Frieden kann keine Rede sein. Man hangelt sich stattdessen von Waffenruhe zu Waffenruhe, vielleicht sollte man sogar sagen: Von Schießpause zu Schießpause. Seit Anfang Juli sind fast 2000 Palästinenser gestorben, die meisten von ihnen waren Zivilisten. Mehrfach wurden UN-Schulen bombardiert, die Wasser- und Stromversorgung ist am Ende, die Krankenhäuser und Flüchtlingsunterkünfte sind überfüllt. Und nun wieder: Waffenruhe. Die Menschen in Gaza stehen nichtsdestotrotz mal wieder vor den Trümmern ihrer eh schon isolierten Existenz.

Via boost könnt ihr zum Beispiel die al omri - Kinderhilfe Palästina gemeinnütziger e.V. unterstützen. Hier klicken zum Boosten. Auch die SOS-Kinderdörfer leisten wichtige Arbeit in Gaza.

Islamischer Staat: Exekutionen an der Tagesordnung

Die Terrormiliz Islamischer Staat, kurz IS, ist aus ehemaligen Al-Qaida Anhängern und anderen Dschihadisten erwachsen. Zunächst nannte sich die Gruppe ISIS und war vor allem in Syrien aktiv, bevor sie im Juni 2014 ihre Offensive im Irak begann. Seitdem breitet sie sich im Irak und in Syrien weiter aus, nimmt Städte ein und ermordet Andersgläubige. Ziel ist - der Name legt es nahe - die Errichtung eines Islamischen Staates. Bei den Kämpfern der IS handelt es sich um Sunniten, die für ein Kalifat kämpfen und dafür auch andere Muslime (z.B. Schiiten) vertreiben und bekämpfen. Aktuell befinden sich vor allem Jesiden im Nordirak auf der Flucht vor der IS.

Die ZEIT listet Hilfsorganisationen auf, die im Irak tätig sind und zum Spenden aufrufen.

Ebola in Afrika

In Afrika grassiert derzeit das Ebola-Virus. Laut Weltgesundheitsorganisation WHO sind Guinea, Liberia, Sierra Leone und Nigeria bereits mehr als 1500 Menschen an Ebola gestorben und eine Eindämmung fällt schwer. Es gibt kein Mittel zur Heilung, mehr als jeder zweite Erkrankte stirbt. Die einzige Möglichkeit besteht in der Isolation der Betroffenen. Diese gestaltet sich allerdings schwierig, da die Einheimischen die Krankheit und die Mechanismen der Verbreitung kaum verstehen und Isolation ablehnen. Quarantänestationen wurden bereits gewaltsam befreit. Die derzeitige Ebola-Epidemie ist die größte, jemals erfasste. Vor Ort sind Ärzte ohne Grenzen mit mehr als 1000 Mitarbeitern: Hier unterstützen.

Es kann geholfen werden

Prinzipiell ist es immer schwer, Hilfe in Konfliktregionen zu leisten, denn Hilfsorganisationen können nur dann agieren, wenn ihnen selbst keine Gefahr droht. Derzeit ist das fast unmöglich, insbesondere in der Ukraine und in Syrien/Irak. Dennoch gibt es einige Organisationen, die bereits vor Ort sind.

In allen drei Problemregionen ist das Deutsche Rote Kreuz tätig. Auch die Reporter ohne Grenzen leisten wichtige Arbeit in den Regionen. Letztere können via Direktspenden oder via boost unterstützt werden. Auch Unicef und Malteser sind vor Ort.

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