Charity des Monats: Reporter ohne Grenzen e. V.

Von Benedikt Bentler am 13. September 2013 | 11:09


Heute ist es soweit: Wir starten mit der ersten festen Kategorie in unserem Blog. Ab sofort möchten wir jeden Monat eine Charity, die wir für ganz besonders beachtenswert halten, zur "Charity des Monats" erklären. Jeden Monat führen wir dazu ein Interview mit einem Mitarbeiter der jeweiligen Organisation. Wir möchten den Charities die Möglichkeit geben, sich und ihre Arbeit vorzustellen. Wir starten in diesem Monat mit Reporter ohne Grenzen e. V.; Mathias Wahler, der Referent für Fundraising und Öffentlichkeitsarbeit, hat uns dazu einige Fragen beantwortet.


Hallo Mathias, was genau tut deine Charity um die Welt ein Stück besser zu machen?
Reporter ohne Grenzen verteidigt die Presse- und Informationsfreiheit weltweit und steht für den Schutz von Journalisten ein. 

Wie bist du zur Charity gekommen, was ist dein persönlicher Antrieb? Gab es ein Schlüsselerlebnis?
Meinungsfreiheit war mir schon immer wichtig. Die Stelle bei Reporter ohne Grenzen hat mir die Möglichkeit eröffnet, mich beruflich dafür einzusetzen. Ich bin sehr froh, dass sie sich für mich entschieden haben.

Wie viele Reporter und Journalisten befinden sich gerade in Gefangenschaft?

Die Zahl variiert natürlich täglich. Heute, am 11. September, sind nach unserem Kenntnisstand 180 Journalisten, 160 Online-Aktivisten und 14 Medienassistenten inhaftiert.

Erschreckend viel. Wie viele Reporter und Journalisten wurden den im letzten Jahr getötet?

Weltweit sind 2012 mindestens 89 Journalisten bei ihrer Arbeit ums Leben gekommen – mehr als je zuvor, seit Reporter ohne Grenzen 1995 erstmals die Zahl erhob.

Was ist der gefährlichste Ort für Journalisten?
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In diesem Jahr gehört Syrien zu einem der gefährlichsten Orte für Journalisten. Auch Somalia und Pakistan reihen sich hier ein. 

Was tut ihr konkret, um Reportern zu helfen?

Reporter ohne Grenzen dokumentiert Verstöße gegen die Presse- und Informationsfreiheit weltweit und alarmiert die Öffentlichkeit, wenn Journalisten und deren Mitarbeiter in Gefahr sind. Wir setzen uns für mehr Sicherheit und besseren Schutz von Journalisten ein. Wir kämpfen online wie offline gegen Zensur, gegen den Einsatz sowie den Export von Überwachungs-Software und gegen restriktive Mediengesetze. Unser Nothilfereferat unterstützt verfolgte Journalisten und ihre Familien. Der Schwerpunkt liegt auf der Hilfe in den Herkunftsländern der Betroffenen. Ziel ist es dabei, ihnen so zu helfen, dass sie ihre journalistische Tätigkeit weiterführen oder wieder aufnehmen können. Wenn es für Journalisten oder ihre Mitarbeiter lebensgefährlich ist, in ihrem Heimatland zu bleiben, bemühen wir uns, ein sicheres Aufnahmeland zu finden.

Was war das schönste und was war das schlimmste Erlebnis in deiner Geschichte bei der Charity?
Du hast mich oben nach der Anzahl der getöteten Journalisten gefragt. Hinter jedem dieser Menschen steht ein Schicksal, stehen Menschen, die um dessen Verlust trauern. Jeder Mensch der getötet wird, ist ein Mensch zu viel!  Im vergangenen Jahr habe ich eine Familienzusammenführung miterlebt. Aus Furcht vor Repressionen flüchtete ein syrischer Journalist nach seiner Entlassung aus dem Gefängnis über Beirut nach Deutschland. Seine Frau und seine zwölfjährige Tochter musste er zunächst in Syrien zurücklassen. In der ersten Septemberwoche sind sie nach beschwerlichen 60 Tagen doch endlich in Deutschland angekommen. 

Gibt es ein bestimmtes Projekt, dass dir besonders am Herzen liegt und das vielleicht ein paar Extra-boosts wert ist?
Unser Einsatz für Journalisten in Not! Unsere Mitarbeiter begleiten Reporter und Blogger in Not- und Krisensituationen in ihren Heimatländern und im Exil.

Was empfiehlst du den boost-Nutzern, die sich noch mehr für deine Charity einsetzen wollen?
Uns direkt anzusprechen!

Was unterscheidet eure Organisation von anderen mit ähnlichen Zielen?
Gemeinsam mit anderen Organisationen, die sich für gleiche und ähnliche Ziele einsetzen kooperieren wir! Zusammen erreichen wir mehr.

Vervollständige diesen Satz: Ich möchte eine Welt, in der...

Das ist mir zu einfach. Ich will, dass sich Dinge in dieser Welt, in der ich jetzt lebe, ändern. Mich beispielsweise fragen, warum es mir gut geht und anderen Menschen nicht. Am besten fange ich mit Veränderungen bei mir selbst an. 

Vielen Dank für dieses Interview.



Mathias Wahler: Referent für Fundraising und Öffentlichkeitsarbeit bei Reporter ohne Grenzen e.V.
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